Die Lesung


Es ist Mittwoch. Es könnte auch Donnerstag sein, aber da schimpft sonst der Kalender. Wenn ich so durch meine blauen Blubberbläschenaugen schaue kriesch isch direkt auch noch Hühneraugen dazu. So nix passiert. Weder vor 5 Minuten noch vor 10. Heut gibs übrigens Curry und Wurst, manche geben diesem Gericht seltsame Namen, so zum Beispiel das man es direkt zusammenhängend ausspricht - also Currywurst. Wer macht denn so was ? Zusammenhängend, das gehört doch wohl nicht mehr zum Guten und dem Ton! So nix passiert ausser das hier grad jemand vorbeiläuft. Nein er geht, laufen tut ja auch ne Nase und die fließt ja dann bekanntlich, wenn wir alles mal hier wörtlich nehmen. Wollte gestern zu soner Lesung. Mmh, da war das erste Problem schon mal das ich nich wusste wo die Lesung überhaupt war. Großes Problem. Wahrlich. Ich kann mich ja nicht irgendwo hinsetzten und warten bis mal einer liest, und dann solltes ja auch zum Thema passen. Also zum Thema was da in diesem Dingskalender immer so steht, sie wissen schon der der immer schimpft wenn man Donnerstag sagt, Mittwoch meint und na sie wissen schon immer diese Aufregung wegen nichts. So gesagt und losgelöst von den Fesseln der Unwissenheit, begab ich mich erstmal nicht weiter zu der Lesung, denn wie gesagt ich WOLLTE zwar, heißt ja nich ich MÜSSTE zwar. Man kann sich ja immer drücken, vor allem aus-drücken, nein nicht hinten sondern vorne-oben!! Oben hab ich gesagt! Also weiter im Text. Ich wusste also dann später so halb wo es war, aber war wieder mal gefangen von Worten, die ich selbst sprach und die vielleicht einer hörte, also der der mir gegenüber saß. Micha! Micha kochte Nudeln. So nicht die richtigen wie Miracoli, viel schlimmer und weniger wie von Mutti, das waren so die wo die Soße beim kochen gleich mit drin ist und die man nur essen kann, wenn man das in nur einem Topf kocht. Ja Wasser braucht man da noch, aber eben nur einen Topf. Vielleicht meinen die das immer mit dem sparen. Zeit ist abwaschen und ein Topf eben besser als zwei die dann dreckig, verkeimt und angebrannt sind. Da ich wie immer zeitlos war, bemerkte ich nicht das die besagte Lesung, zu der ich ja noch WOLLTE, wohl schon losgegangen sein MUSSTE. Welch Dilemma! Da ist man nun und isst und spricht und da lesen die schon. SKANDAL! Da hat man doch so gar keine Zeit mehr, unter diesem Druck immer, wie dieser blöde Dingskalender, alle gleich! Ich sags doch es gibt sie immer noch diese Gruppen – Untergrund – Festnahme ausgeschlossen. Na ja und da war ich dann doch gleich ganz sehr und ziemlich hin und her gerissen. Schon machten sich Gedanken breit, dass man ja mit wehenden Fahnen einmarschieren konnte, so als Täuschung, als Ablenkungsmanöver, der Sozialismus lebt ja weiter fort brüllen könnnte und das könnte man ja als Überraschungsmoment nutzen. Also mit wehenden Fahnen einmarschieren, Schrecken und Tobsucht auslösen ja und dann MUßTEN die ja noch mal anfangen mit dem lesen, jetzt wo ich wusste wo das lesen halb örtlich geographisch wertvoll gelegen war. Keine schlechte Idee dachte ich mir, doch woher die Fahnen kriegen? Das ist gar nicht so einfach, also unter diesen Umständen, wenig Zeit und dann noch solche revolutionären Ideen umsetzten! Micha reichte mir einen weißen Russen den ich mir schmecken ließ. Stärkung ist bei so was immer das allerwichtigste. Und wie der schmeckte! Gleich fühlte ich mich besser, immerhin liegt ja in der Ruhe die Kraft. Und dann noch diese Lesung! So hatte ich mir das wahrlich nicht vorgestellt, diese Aufregung und alles so. Das musste man doch direkt den Medien mal stecken, das das ganz schöne Verarsche ist! Also entschied ich mich diese Lesung damit zu boykottieren indem ich nicht hinfuhr. So jetzt aber hatte ich denen das aber mal gezeigt, wo hier der Hase läuft. Nach einem weiteren Russen, den weißen, setzte ich mich zufrieden in mein Fortbewegungsmittel, das ich hier nicht nennen möchte aus Datenrechtlichenschutzgründen und fuhr nach Hause, zufrieden lächelnd politisch doch nicht zur trägen Masse zu gehören. REVOLUTION!

Frau G.